Eierlikör und Jugendhilfe - Theoretisch in die Praxis!

Eierlikör und Jugendhilfe - Theoretisch in die Praxis!

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Eierlikör und Jugendhilfe.

00:00:30: Schön, dass ihr eingeschaltet habt!

00:00:32: Wir sitzen wie immer zu dritt zusammen mit dabei sind Janna und Mike.

00:00:36: Hallo

00:00:38: Hallo

00:00:39: Ich war kurz irritiert.

00:00:39: ich wollte verstören Ja?

00:00:41: Wie störend Fährstörer?

00:00:43: Du hast auch verstört.

00:00:44: Ich hab jetzt völlig die Fahrt verloren, worum es heute geht!

00:00:47: Aber ich kann einmal das Setting hier beschreiben... Wir sitzen hier schön zur Dritte zusammen und in der Mitte steht

00:00:53: was...?

00:00:54: Ihr dürft raten.

00:00:56: Was steht hier ist in der Mitter.

00:00:59: Es hat etwas mit dem Titel unseres Podcasts zu tun.

00:01:01: Ja

00:01:01: okay, da sind Pillen an.

00:01:04: Ein schöner Kühler Eierlikör.

00:01:10: Das ist schon die Hälfte raus

00:01:12: Ja, oder?

00:01:13: Jana hat nicht ordentlich eingeschänkt hier nur die Hälfte.

00:01:15: Ihr seid aber auch

00:01:15: schon klein heute nur.

00:01:17: Halb volles Glas.

00:01:19: Könnt ihr erst mal dabei bleiben das ihr nur beschreibt was ihr seht?

00:01:25: Das ist richtig psychomäßig!

00:01:28: Was siehst

00:01:29: du?

00:01:29: Ein Glas mit einer... Ich mach's jetzt aber hardcore

00:01:31: ne?

00:01:32: Ja

00:01:32: ein Glas mit eine gäblichen Flüssigkeit.

00:01:36: Es kann Eierlikör sein.

00:01:37: Die

00:01:37: aber auf mich ansprechend aussieht.

00:01:39: Das könnte ein Lies für

00:01:41: Eierdikör sein, auf jeden

00:01:43: Fall!

00:01:43: Also liebe Zuhörende ihr merkt es ist gar nicht so einfach.

00:01:47: man ist direkt in der Interpretation.

00:01:49: ich würde erst mal sagen wir dürfen schon interpretieren dass ein Eierlikör ist weil ich weiß das ich den gemacht habe.

00:01:54: was ist vielleicht schon eine Interpretion?

00:01:55: Vielleicht ist auch ein Eyerlikör ohne Alkohol

00:01:59: Ja ja Das könnte auch Schleiben sein von der letzten Grippe.

00:02:04: Ich wollte jetzt nicht, ich hatte gerade echt kurz überlegt was für gelbe Flüssigtein gibt es denn noch die man so außer Eier die hören wie kann?

00:02:10: Aber ja wäre wahrscheinlich auch bei irgend so... wir lassen das

00:02:13: Genau!

00:02:14: Wir sind nämlich heute, wir wollen euch in das Thema mal heran führen Was wir ja in der Kinder- und Jugendhilfe immer wiederhören, was ihr auch sicherlich schonmal gehört habt Nämlich diese systemische Perspektive in der Kindheit und Jugend.

00:02:27: Hilfe.

00:02:29: Gut und da sind wir doch schon gut.

00:02:31: Sind wir direkt schon eingestiegen?

00:02:33: Dann ist die ja eigentlich überall Dauer präsent, würde ich ja fast sagen.

00:02:38: Die durchzieht ja eigentlich alle Begegnungen mit jungen Menschen weil es geht ja immer um Wahrnehmung und...

00:02:46: Ja und damit sind wir auch so ein bisschen im Konstruktivismus in den Beobachtungsordnungen Und wenn ihr in der ersten Beobuchtung gerade bei diesem Eierlikör gewiesen wird hätte die erstmal nur einen halb leeres, halbvolles.

00:03:01: Nee das wäre schon eine Interpretation.

00:03:02: Ihr hättet ein halb gefülltes etwas gesehen.

00:03:07: Pinchen, das wär vielleicht auch schon regional ja sehr unterschiedlich wie man das nennt.

00:03:11: Pinchin?

00:03:12: Ja.

00:03:12: Das kann ich auch noch aber von diesem Reinhardt aus so.

00:03:15: Weiß nicht!

00:03:17: Also es ist auf jeden Fall zeigt was wir jetzt hier gerade gemacht haben dass wir sehr schnell darin sind in der Beobachtung zweiter Ordnung und damit nämlich eben der Interpretations

00:03:28: und die beruht auf Erfahrungen.

00:03:32: Und auch einfach so eigenen subjektiven Anlegung, die ich an die erste Ordnung lege, also wo man erst mal nur beim Beschreiben bist.

00:03:40: Das finde ich eigentlich schon auch unabhängig von dem systemischen Ansatz ja eigentlich einen coolen Move, einfach mal ein Schritt zurückzuzählen zu sagen... Ich weiß gerade noch gar nicht was es sein könnte, sondern ich gucke mir das erstmal an.

00:03:52: Ist aber gar nicht

00:03:54: so einfach!

00:03:56: Ihr merkt, es wird heute nicht nur um Gläser, Pinchen usw.

00:03:59: gehen sondern man kriegt schon glaube ich eine Idee wo die Anschlussfähigkeit liegen könnte für Kinder und Jugendhilfe.

00:04:06: Ja weil wenn wir das jetzt mal übertragen Ich hatte hier nochmal zum Beispiel ein anderes Beispiel.

00:04:12: Also nicht dass das erst dann ein Beispiel war Sondern da seid ihr erstmal sehr anschlussfähig gewesen Und konntet das Glas interpretieren, ihr könnt's auch noch weiterinterpretieren.

00:04:19: Ich glaub' ich trinke lieber raus

00:04:23: Wenn du dir sicher bist, dass Eier liegt, sonst würde ich es dir nicht empfehlen.

00:04:29: Wir haben es ja in der Kinder- und Jugendhilfe mit Verhaltensweisen zu tun die wir eigentlich erst mal nur beobachten sollten aber wir interpretieren da ganz schnell das kennt ihr alle?

00:04:41: Das machen wir ganz schnell und zum Beispiel ein Kind kommt zu spät und das könnte man jetzt dahingehend interpretieren Es kommt zur Schule zu spät, es mag die Schule nicht.

00:04:53: Es ist eine Schulverweigerin und wir sind ganz schnell in so einem Teufelskreislauf drin.

00:04:58: Und diesen Kreislauf möchte man im System schon ein bisschen auch durchbrechen und mal andere Perspektiven sehen.

00:05:05: Inikt hab ich.

00:05:07: Deshalb wollte ich ja vorhin so irritieren weil wir starten das gleiche, habe ich gedacht also ich sag's aber gleich hallo deswegen wollte ich mal anders Hallo sagen einfach andere Perspective aufzeigen.

00:05:15: Ich glaube auch dass jeder der jetzt zuhört sozusagen nachvollziehen kann, dass wenn man irgendwie junge Menschen sieht oder Verhalten von jungen Menschen sieht.

00:05:24: Man ja sehr schnell damit ist Dinge zu ordnen und das beruht natürlich auf seinem eigenen Erfahrungsschatzwissen vielleicht dem was man schon bei zehn anderen jungen menschen erlebt hat.

00:05:38: Das würde ich sagen, das stelle ich mir auch sehr schwer vor beziehungsweise es ist ein ewig dauernder Anspruch in der Professionalität sozusagen Vorschläge zu machen.

00:05:49: Man muss sich das gerade echt vornehmen, da ist man dreißig Jahre im Beruf vielleicht und weiß schon wie der Hase läuft.

00:05:55: Glaubt es?

00:05:55: Glaubtes zu wissen!

00:05:57: Ja

00:05:57: Und wird den Menschen ja gar nicht gerecht?

00:06:00: Ja

00:06:01: Und damit sind wir so ein bisschen auch bei dem radikalen Konstruktivismus.

00:06:06: So was ist schon die Wahrheit?

00:06:09: Realität nicht direkt erkannt und Wahrnehmung ist immer auch eine Konstruktion.

00:06:15: Und wir konstruieren unsere Welt, je nachdem.

00:06:18: wenn wir schon zwanzig Eier die Körhäute aufhalten dann hätten wir das Glas vielleicht anders interpretiert.

00:06:23: Wahrnehmungsverzerrungen.

00:06:25: Ein jedenfalls aber erklärbar gewesen werden.

00:06:30: Ich

00:06:32: bin nicht mehr in Übung.

00:06:34: Aber da kennt ihr zum Beispiel auch, ihr kennt dieses Bild sicherlich wo man so Basketballer-Innen beobachtet den weißen T-Shirt und den schwarzen T-shirt die sich so gegenseitig die Bälle zu werfen und wenn man genau hinschaut dann läuft ein Gorilla durchs Bild.

00:06:48: Und diesen Gorilla sieht man aber im ersten Blick nicht weil man einfach in seiner Wahrnehmung Man schafft es einfach nicht alles wahrzunehmen was in einem Raum passiert.

00:06:58: und man nimmt sehr selektiv nur wahr Und wir in der sozialen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe nehmen auch nur sehr selektiv an.

00:07:06: Wir nehmen das wahr, woran wir anschließen können was wir erst mal so vielleicht haben die wir mögen Das ist ja sehr selekthief.

00:07:16: Ich kenne das mit dieser alten Frau und jungen Frau.

00:07:18: dieses Bild oder diese Vasen wo sich zwei Personen angucken das ist ja auch ein ähnliches Ding.

00:07:23: Oder das blaue Kleid was auch weißer Gold sein kann das Blau schwarze dass es weiß gold.

00:07:29: Also was hat es mit uns zu tun, warum wir etwas wahrnehmen und wie nehmen wir eigentlich die Welt wahr?

00:07:33: Ja.

00:07:34: Und wieso ist das wichtig jetzt in der sozialen Arbeit oder in der Jugendhilfe?

00:07:40: So ist die Frage.

00:07:42: Mike wollte aber er muss husken leider.

00:07:44: Er muss husen ja.

00:07:50: Warum ist das Wichtig?

00:07:52: ich glaube einfach um sich auch der Wahrnehmung der selektiven Wahrnehnung bewusst zu sein.

00:07:57: also wenn ich jetzt an so zum Beispiel soziale Diagnostik denke dann ist es ebenso Schöne Grüße an meinen M-Achtkurs gerade.

00:08:05: Das ist natürlich die Sache, dass ich meine eigenen Wahrnehmungen dann vielleicht ein bisschen bescheidener einordnen und nicht absolut setze, sondern auch mir passieren Wahrnehnungsfehler.

00:08:18: Und das ist ja immer die Chance und der Charme von so einer kollegialen Fallbesprechung.

00:08:24: Also es sind eigentlich mehr Augenprinzipien von mehr Perspektiven hier reinkommen.

00:08:30: Wie kommt man irgendwie zusammen?

00:08:31: Kann man das Bild irgendwie vervollständigen.

00:08:33: Ich glaube, dass würde ich jetzt für die Jugendhilfe auch so binden nehmen weil... ...ich meine, das Gegenteil wäre ja dramatisch.

00:08:37: Das würde bedeuten okay, ich maße mir an alles irgendwie zu erkennen und meine Wahrnehmung ist jetzt die also nicht eine subjektive Wahrnehnung sondern es ist gleich die Wahrheit.

00:08:46: Und ich glaube, das ist ein riesengroßes Risiko auch für Hilfeprozesse noch in der Arbeit mit Adressatinnen Auch wenn wir das mal vor dem Hintergrund davon vor partizipativen Gesichtspunkten.

00:08:57: Das wäre jetzt nämlich meine Frage auch, gibt es da auch... Ihr seid die beiden Experten zu diesem Thema heute?

00:09:03: Ich glaubst du!

00:09:07: Es wirkt auf mich zumindest gerade so wie ihr hier gerade rüberkommt mit euren schlauen Sprüchenleinquatsch.

00:09:13: Aber müsst ihr nicht eigentlich von einer adressaten Perspektive eigentlich diese Perspektiva am stärksten sein.

00:09:22: Also wenn wir jetzt so eine kollegiale Beratung haben und unterhalten uns über jemanden, dann kann man sich da vielleicht irgendwie zirkulär nähern.

00:09:32: das Bild wird vielleicht etwas konstanter.

00:09:34: man macht sich bewusst über die eigenen Vorannahmen.

00:09:38: aber muss nicht eigentlich bei uns der junge Mensch die zentrale Person sein die sozusagen an die man diese Vermutungen herantritt und sie beantwortet die oder

00:09:53: Ja, das wäre ja ganz konstruktivistisch.

00:09:56: Das Konstruktivistische hängt mit dem systemischen sehr zusammen.

00:09:59: da kommen wir gleich noch zu und man will aber ja dann das gegenüber ganz genau verstehen.

00:10:06: und dazu wird es auch gehören dass man in kollegiale Fallberatung auch die Adressatinnen selbst einlädt um deren Wahrheit noch mehr näherzukommen.

00:10:14: wobei beim Wahrheitsbegriff Es gibt nach Heinz von Förster der sagt Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners so Und Wahrheit erzeugt Gegensätze und es gibt im Konstruktivismus einfach nur Wirklichkeiten.

00:10:27: Und das, was du siehst sehe ich nicht und ich knüpfe aus anderen Dingen daraus an als du so.

00:10:34: Da sind wir auch ein bisschen bei der letzten Folge haben über Bildung gesprochen.

00:10:38: Das ist noch ein bisschen das Bildungsverständnis, dass man sich bildet und daran anschlussfähig ist weil man eine Vorerfahrung mitbringt.

00:10:48: Jeder hat andere Vorerfahrungen jeder kann woanders anknüpfen.

00:10:52: Weil noch mal eine Frage, um das nochmal besser zu verstehen im Beispiel.

00:10:56: Bleiben wir immer in diesem Bildungsbereich?

00:10:58: Da ist ein junger Mensch der kommt nicht mehr zur Schule.

00:11:00: Ist Schulabsend und da sind unterschiedliche Fachkräfte beteiligt, sagen wir mal Klassenlehrkraft, Schulsozialarbeit.

00:11:07: dann sind die Eltern da und der junge Mensch da.

00:11:09: so man will irgendwie verstehen was hilft diesen jungen Menschen da zu kommen.

00:11:14: und alle vier erzählen unterschiedliche Geschichten was jetzt der Grund ist warum dieser junge mensch nicht kommt.

00:11:21: Und der junge Mensch erzählt mir auch eine Geschichte, warum er nicht kommt.

00:11:25: Da frage ich mich ob es dann da eine Unterscheidung gibt oder wie man das dann praktisch damit umgeht mit diesem Dilemma?

00:11:32: Ich würde sagen also ist jetzt so ein bisschen artkorsystemisch dass es keine Unterscheiding eigentlich gegen darf.

00:11:37: Ist das ja über meine Meinung.

00:11:39: weil Also man spricht ja mal von dieser Kibernetik erster und zweiter Ordnung, also dass so die Art und Weise wie so Informationen auch in so ein System verarbeitet werden.

00:11:47: Und früher hat man immer so immer von der Kibernätik erste Ordnung gesprochen das man gesagt hat okay?

00:11:51: Die agieren irgendwie untereinander.

00:11:53: und das was aber dann so?

00:11:54: der Therapeut, die Beraterin kommt immer so voraus und hat da nochmal einen anderen Blick drauf.

00:11:58: Nach der zweiten Ordnung ist es so, dass auch die Perspektive der Fachkräfte jetzt an deinem Beispiel schon eigentlich auch nur Teil des gesamten Systems ist und sich auch da erst herstellt konstruiert.

00:12:08: genau das heißt Eigentlich muss man wirklich sagen, sind alle erst mal gleichberechtigt.

00:12:13: Das ist natürlich wirklich Hardcore und alle die jetzt eher so dem Experten-Tum erfröhnen kriegen jetzt natürlich einen Rappel.

00:12:20: aber prinzipiell ... Man kann natürlich auch darüber diskutieren ob das so sinnvoll ist.

00:12:24: Aber so wäre es erstmal

00:12:26: Und niemand besitzt die objektive Sicht also niemand besetzt den Anspruch auf Wahrheit?

00:12:30: Und ich selber auch nicht

00:12:31: Genau!

00:12:32: Auf gar keinen Fall.

00:12:35: Also

00:12:35: als Adressat jetzt, nicht als Fachkraft.

00:12:37: Aber ich finde das muss man ja auch noch mal lösen von so einer Expertise in Professionalität.

00:12:41: Das heißt ja nicht dass ich mich als Fach Kraft im Endeffekt sonst ist es ja irgendwann absurd.

00:12:44: natürlich habe ich als Fachcraft ein Studium hab auch irgendwie mehr Wissen und Erfahrung in diesem Bereich.

00:12:49: aber in dem Hilfeprozess selber ist trotzdem sinnvoll alle Perspektiven erstmal als objektive Meinung war jetzt Ausschnitte zu betrachten Nicht mein Netz dann höher zu Gewichten absolut zusetzen weil ich glaube dann kann.

00:13:02: Warum sind die Beziehungsgestaltungen, wenn sie nicht mehr systemisch?

00:13:04: Das ist anders.

00:13:06: Und was man auch da berücksichtigen sollte, dass ich mehr Verantwortung für meine eigenen Beobachtung übernehmen muss.

00:13:13: Also ich muss mich meiner eigenen Be Obachtung und meiner eigenen Perspektiven bewusst sein um alle anderen Perspektive wahrzunehmen.

00:13:21: Sonst ist es ja wieder nur meine Wahrheit so!

00:13:24: Wie komme ich dahin das gut zu reflektieren, dass es unterschiedliche Wahrheiten gibt?

00:13:31: ein sehr reflexiver Ansatz hier letztendlich.

00:13:33: Also dass ich selber immer wieder auch bei mir gucken muss, wie komme ich eigentlich darauf?

00:13:37: Ich sozusagen ja, ich bin jetzt hier die Fachkräfte und das wird schon passen, was bei mir jetzt gerade so im Kopf aufploppt zu hören zu gucken, wie komm' ich eigentlich da

00:13:43: drauf?".

00:13:44: Und da sind wir so ein bisschen auch... Was heißt das jetzt für Fachkräften?

00:13:47: Was können die aus dem Konstruktivismus, aus dem radikalen Konstruktifismus den wir jetzt am Rande angesprochen haben, eigentlich lernen?

00:13:57: Mike, das hast du mal im Deinem Seminar gehabt.

00:14:00: Wir haben das zusammen gemacht und ich fand es richtig gut, das nochmal aufzunehmen.

00:14:06: Wie ich mich als Fachkraft, also euch Zuhörende will ich dich einmal appellieren was ihr gut in eurem Alltag machen könnt.

00:14:14: Erinnerst du dich noch an die Metapher eines Logführers der immer auf die Taste drücken muss?

00:14:17: Ja ja, die habe ich aber geklaut.

00:14:19: Ich sage nicht von wem.

00:14:22: Wir haben es nicht so mit euch rechnen lassen.

00:14:24: Ich habe sie von dir geklaut und hab ... Du bist

00:14:26: ja nicht patentiert,

00:14:27: oder?

00:14:27: Dann ist er nicht patentierter.

00:14:28: Derjenige der das jetzt hört weiß es natürlich.

00:14:30: Okay.

00:14:31: Raus!

00:14:31: Kannst du's nur beschreiben?

00:14:32: Mit dem Lockführer?

00:14:33: Ja.

00:14:33: Ähm... Ja, jetzt muss ich ja nicht mehr so tun als wäre es meine Idee gewesen.

00:14:39: Aber ein Lockführers hat ja unten eine Sicherheitsfahreschaltung.

00:14:43: Also der muss ja irgendwie alle zehn, zwanzig, dreißig Kunden da drauf treten, weil der Zug sonst noch vollbremsen macht.

00:14:47: Also dadurch kann man immer nochmal ein bisschen checken.

00:14:49: Ist der Lockführern auch da?

00:14:51: Und das fand ich.

00:14:53: ähm.

00:14:53: Wenn ich einfach wirklich schönes Bild, das ist auch nochmal bei Bildungsprozessen.

00:14:56: Weil das ist mir so ein bisschen hängen geblieben im Bildungs-Prozess und zwar nicht wie ich ein tolles Bild immer in so Hilfe-Prozessen zu gucken habe ich eigentlich schon verstanden worum es geht.

00:15:05: oder warum bin ich jetzt gerade an dem Punkt wo ich stehe?

00:15:08: Und nicht nur zu sagen ja alles klar da kommt jetzt irgendwie jetzt ein Beispiel was Olli grade gesagt hat er sich hier einen Schüler naja der ist bestimmt faul wie sau und kann im Prinzip hat kein Boxing mit irgendwas zu beschäftigen und Zuhause ... gibt's nur noch das und das Milieu, alles klar.

00:15:20: Eins und eins sind dann zwei so wirklich immer wieder drauf zu treten... ...und zu überlegen, innezuhalten wie komme ich jetzt eigentlich dazu?

00:15:28: Wer hat welche Perspektive darauf?

00:15:29: Das ist so was ich immer noch eine schöne Metapher finde in allen Lebensbereichen übrigens,... ...das Schöne am Systemischen macht also es kennt keine Grenzen.

00:15:39: Also auch im privaten Bereich oder so ist das genauso anschlussfähig.

00:15:43: Geht man den Leuten manchmal mit auf ein Keks ziemlich krass sogar aber es funktioniert!

00:15:49: Ja, und also was hier jetzt gerade deutlich wird oder was bisher deutlich wurde wenn wir so sprechen.

00:15:55: Also Mike und ich haben beide bei dem gleichen Weiterbildungsinstitut eine systemische Beratungsweiterbildung und ich würde auch sagen das man vor allem lernt ist dass es eine Haltungstrage ist wie ich agieren kann.

00:16:07: und was das eben für die Kinder- und Jugendhilfe bedeutet ist dass ich vorsichtig bin mit Wahrheiten da sich viel neugieriger bin verstehen zu wollen wenn ich glaube zu verstehen, noch lange nicht verstanden habe.

00:16:20: Weil die Wahrheit für mein Gegenüber, für das andere System mit dem ich in Kommunikation und Interaktion trete komplett was anderes ist.

00:16:29: Also systemisch ist wie wir miteinander in Verbindung treten dass wir mit unterschiedlichen Systemen in Verbindungen kommen, die alle etwas Unterschiedliches auch mitbringen.

00:16:39: Ist das verständlich Olli?

00:16:40: Ja, das ist schon verständlig!

00:16:44: Also es ist natürlich schon eine ganz schöne hohe Anforderung.

00:16:48: Ich sag mal so jetzt auf der Metaebene sich das vorzunehmen, schon aber... Das

00:16:51: klappt nicht immer!

00:16:52: Nee

00:16:53: also ich sage mal, es ist ja auch dann mühsam.

00:16:56: Da sieht man Verhalten und versucht sozusagen das zu durchdringen.

00:17:03: Ich war verstanden, man kommt letztendlich nicht zur Wahrheit sondern kann sich dem nur annähern.

00:17:12: Die Professionalität macht aus, dass ich versuche durch unterschiedliche Perspektiven und die Wahrnehmung dieser Perspektive näher dem zu kommen ohne den ganz gerecht werden zu können.

00:17:24: Und ich denke immer Studierende sind Sitzen in oft Formel sagen ja aber was ist es denn jetzt?

00:17:29: Sich davon zu lösen!

00:17:31: Ich werde's nicht wissen.

00:17:32: und wir sind keine ausgebildeten Kriminalermittlerinnen und das ist nicht unser Job.

00:17:37: Wir sind keine Detektivinnen und müssen herausfinden was die Wahrheit ist Sondern wir müssen uns darauf einlassen, warum es das jetzt präsentiert und das wartet nehmen.

00:17:49: Und das zu hinterfragen?

00:17:51: Ja, das ist das was ich meinte vorhin mit den manchen Leuten, dass auf dem Keks geht.

00:17:54: Weil wir streben immer nach Kategorisierungen, nach klaren einfachen Zuschreibungen, klare einfachen Antworten.

00:18:02: Ich sage mal so schön wie man weiß wer der Böse ist halt der Tag Struktur.

00:18:05: Das kennen wir noch aus gewissen Bereichen einfach.

00:18:07: Wenn ich irgendwie weiß, hier das ist mein... ... mein Feindbild, dann strukturiert das meinen Alltag.

00:18:12: So entstehen ja auch Stereotypen und Vorurteile letztendlich... Und dieser Ansatz versucht halt wirklich massiv auf das Verstehen zu gehen.

00:18:19: Auch wirklich auf die Differenzierung zu gucken.

00:18:22: wie komme ich eigentlich zu meiner Wahrnehmung gerade?

00:18:24: Wie kommen die anderen vielleicht zu ihrer Wahrnehme?

00:18:26: Und wie könnte das in Beziehung gesetzt werden?

00:18:28: Ich glaube, dass hat irgendwie dieses Besondere daran.

00:18:30: Und ich glaube bei Studierenden grade im Studium liebe ich das auch.

00:18:33: Habe ich gesagt sie sagen jetzt wollte ich hier irgendwie denen ... Ansatz irgendwie lernen, wo ich quasi das und das Problem immer so lösen kann.

00:18:40: Also Linie ja... Und es geht halt irgendwie nicht.

00:18:42: Das finde ich jetzt smart an dem System ist, weil ich glaube,... ... wenn wir jetzt mal, wir haben alle Erfahrungen in der Jugendhilfe Praxis,... ...das kannst du halt auch nirgendwo bringen.

00:18:50: Fühlt mich egal!

00:18:50: Also kannst dich nirgendswo sagen auf A folgt immer B oder so.

00:18:54: Das ist einfach schwierig.

00:18:56: Ich glaub da sind wir uns auch einig, aber jetzt nochmal eine praktische Frage.

00:19:00: Also irgendwann muss man aber ja dann zum Beispiel auch mal Richtung irgendwie Hilfeplanung kommen und wie lange... also wann bin ich denn oder wer sagt, wann ich an dem Punkt bin?

00:19:12: Wo ich sozusagen die Situation so verstanden habe.

00:19:17: Dass ich das tatsächlich in eine Hilfeform vielleicht überführen kann oder man zusammenlässt überführt.

00:19:24: Ich glaube völlig einig.

00:19:26: Irgendwann muss ich ja auch mal kurz innehalten und sagen okay Jetzt geht's in diese Richtung weiter und ohne dass es ganz aufhört, das zu verstehen.

00:19:36: Und dass sich auch Dinge verändern und so Flüde bleibt.

00:19:40: Weil ich kann... Da kann man ja aber sich auch verzetteln wenn ich jetzt immer wieder alle Wahrheiten hinterfrage die da sind oder?

00:19:46: Ja ich finde das gelingt ja ganz gut Wenn man alle Perspektiven hat über so ein Igotesen bildet vielleicht auch in Fallbesprechungen oder in Supervisionen.

00:19:55: das dann irgendwie rund zu machen ist das aber wieder auch partizipativ zur Verfügung zu stellen.

00:19:58: natürlich kannst du Leute da sitzen haben die sagen Nee, also in der SPFH wollen wir jetzt gar nicht.

00:20:04: Ja aber dann selbst.

00:20:05: dann würde ich sagen ist ja auch wieder hart ekosystemisch... ...dann ist das so.

00:20:08: Solange wenn die in einem Kindeswohl gefährlich sind... ...ist da eh nichts zu machen.

00:20:14: Also wenn sie nicht kooperieren wollen oder keinen Senderen sehen macht er eine Intervention sowieso wenig Sinn.

00:20:19: Natürlich gibt es Grenzen wo dann vielleicht irgendwann man da gewissen... ...Deutigkeit und Anordnung irgendwie was passieren muss um entsprechenden Kindeswohlfall irgendwie abzuwenden.. ..aber ich würde erstmal sagen ... über einen zirkulären Prozess von Hypothesen bilden, im Team das zur Verfügung stellen mit den Adressaten und gucken... ... wo man irgendwie zusammenkommt.

00:20:39: In der Regel ist es ja auch so,... ... dass man dann irgendwie... ...auch ein Fahrplan entwickelt.

00:20:44: Auch hat in Hilfeplagen gesprochen.

00:20:45: aber gucke ich Jana jetzt nochmal an weil die da ja auch viel zu...

00:20:47: Ja oder vielleicht noch die Frage auch gleich noch mit zu dir Jana.

00:20:51: Ich sag mal auf der Ebene so von... ...billiges Haltung der falsche Begriffe, aber da habe ich das sozusagen gut durchtrunken.

00:20:56: Aber was kann ich denn nutzen?

00:20:57: Gibt's irgendwelche Tools um diese...?

00:21:00: Haltung zu kultivieren oder irgendwie dem näherzukommen.

00:21:04: Also wenn wir jetzt mal nochmal an den Konstruktivismus denken, ganz oft noch einmal zu sagen das habe ich nur nicht verstanden.

00:21:10: und können Sie mir das noch mal erklären?

00:21:11: Oder hab' ich das richtig verstanden?

00:21:13: Da ist punktpunkt Punkt!

00:21:15: Ich würde Fachkräfte dazu ermutigen weniger das zu sehen dass wir verstanden haben sondern noch mehr erneugierig zu sein weil wir wissen ja dass ganz viel eigentlich im Unterbewusstsein stattfindet und ganz viel noch unterbewusst dahinter liegt.

00:21:30: Und wenn wir um Mike's anfängliche Irritation nochmal, wir müssen Systeme also unser Gegenüber was ein System oft ist, müssen wir irritieren und in Bewegung bringen.

00:21:41: Das können wir nicht, wenn wir an der Oberfläche bleiben das an der Oberfläche kennt man sondern wir müssen es irgendwie durch Fragen, durch Tools ermöglichen mal so'n bisschen den Tiefgang zu kommen.

00:21:50: Und das kann halt, das können sogar selbstreflexive Fragen noch einmal sein.

00:21:55: Warum könnten sie das so oder so bewerten?

00:21:58: Wie würde das jemand anderes auch sehen, auch dieses Zirkulieren nochmal rauszukommen und den Blick auf andere Systeme zu richten.

00:22:04: Und nicht nur bei mir zu bleiben um ein System in Irritation zu bringen?

00:22:08: Und Irritations ist immer gut!

00:22:10: In so einem Beratungskontext kann ich mir das super vorstellen.

00:22:14: wenn ich jetzt an den Alltag von der Einrichtungen denke da ist jetzt ein Ochja und da rastet jemand aus und knallt den Billardkühl auf dem Billard Tisch.

00:22:23: So dann würde ich mit dieser Beobachtungsordnung erst da eben... sagen.

00:22:28: Ich beobachte, dass der... Wo ist

00:22:29: der Eier die Köpfe?

00:22:31: Dass er billiert höhe auf den Boden geworfen wurde!

00:22:37: Eigentlich sehe ich ja das völlig ausgerastet und... Das

00:22:39: ist ja schon eine Interpretation.

00:22:40: Deswegen genau aber ich muss ja irgendwie dann helft mir ein bisschen auf die Sprünge wenn ich jetzt noch mit so einer Systemfrage da komme.

00:22:49: Ich Beobachte dass dich das aufregt.

00:22:51: bin ich da richtig.

00:22:52: Ist es

00:22:52: schon die Interpretations?

00:22:53: Ja genau aber

00:22:55: Ich sehe, du hast das hier auf dem Boden geworfen.

00:22:58: Ich habe das Gefühl, dass dich hier was richtig triggert.

00:23:01: Vielleicht ist es auch ein krasses Beispiel oder vielleicht ist es für Beratungs-Kontext auch noch mal einfacher.

00:23:06: aber helft mir dann mal auf die Sprünge.

00:23:08: Vielleicht muss ich ja auch gar nichts fragen, sondern kann einfach nur erst einmal gucken.

00:23:11: Fragen

00:23:11: sind immer gut im systemischen und Fragen sind eigentlich immer besser als Antworten weil dann geht man ja genau dem Raum über die Wirklichkeitskonstruktion sagen warum hast Du das gemacht?

00:23:20: Was brauchst Du?

00:23:20: Das ist gerade los!

00:23:21: Was

00:23:21: tut dir gut?

00:23:23: Irgendwie so... Also wirklich erst mal, da ist ja der Lokführer erstmal verstehen wollen.

00:23:26: Nicht zu sagen ach Mensch weiß ich nicht jetzt hast du irgendwie einen schlechten Tag gehabt.

00:23:30: was ist heute los?

00:23:31: Hast du das?

00:23:32: und so nicht schon etwas ran tragen sondern einfach erstmal zu hören was ist jetzt gerade los?

00:23:36: Warum hast du jetzt das Ding hier kaputt geklappt?

00:23:38: Was ist los?

00:23:39: Das ist jetzt nur ein Beispiel.

00:23:41: Einfach verstehen wollen Klar hat das Grenzen.

00:23:46: wenn er danach aus den vierten fünften auch noch Zeit rischt dann muss man vielleicht irgendwann mal darüber nachdenken ob es halt heute kein so guter Tag ist um in offene Kinder zum Treff zu gehen.

00:23:54: Aber auch nochmal, also was ist da los im gegenüberliegenden System?

00:23:59: Das einfach erstmal noch mal verstehen zu wollen.

00:24:02: Also warum... Was es passiert ohne direkt zu bewerten und so ein bisschen von Wertung zu lösen und dass Leute das passiert.

00:24:10: ich kann mich auch nicht immer von Wertungen lösen.

00:24:13: Das ist aber eine Anspruch so und dass wir das nicht immer perfekt machen, das ist leider so.

00:24:17: Gerade wenn's mein System tangiert und das tut sich ja da ab

00:24:22: Ja, wenn das zum Beispiel auch jemand ist der häufiger auffällt.

00:24:25: Ist ja auch die Gefahr.

00:24:27: Man nennt es ja also Komplettierungsdynamik.

00:24:29: Also man ... Die Wahrnehmung wird so krass gefilmt hat dass man irgendwann nur noch negativ auf jemanden schaut.

00:24:33: und deshalb finde ich es, dass man mal gar nicht hilfreich irgendwie Sachen direkt so zu bewerten und sagen achja er ist schon wieder an der

00:24:39: S.E.,

00:24:39: immer sehr aggressiv und auffällig aber einfach wirklich... Also ich find' man merkt ja auch jetzt auch echt so ein Haltungsding eigentlich.

00:24:45: Ich glaub du, es geht gar nicht darum dass man auch dann jetzt auch immer sagt ich bin jetzt nicht mehr konsequent oder so.

00:24:49: Irgendwann muss man vielleicht auch sagen ey tschau!

00:24:51: Es geht jetzt hier heute nicht So, oder du kannst jetzt hier nicht die Sachen kaputt machen.

00:24:54: Aber vorher trotzdem vorzuschalten zu gucken was ist gerade los?

00:24:59: Genau und da diese Komplettierungsdynamik – ich will das gerne nochmal aufgreifen weil es sehr spannend – wir ergänzen einfach fehlende Informationen und wir schließen Lücken automatisch, weil wir es nicht aushalten können etwas nicht zu wissen.

00:25:12: Und wir würden zum Beispiel das kompletieren indem und gleich passierte Rasse der noch mal aus, keine Ahnung.

00:25:24: Also im Sinne von auch Erwartungsstrukturen die es gibt.

00:25:30: Der hat das schon immer gemacht.

00:25:32: Der macht das auch immer wieder.

00:25:34: Wir kennen alle solche Aussagen über irgendwelche Menschen oder die Familie ist eben so... Und das hat eben die Funktion dass wir Orientierung wollen, dass wir Komplexität reduzieren und das wollen wir Menschen unser Hirn will nicht viel arbeiten Wir wollen so geschlossene Schubladen haben und nicht so offen durch die Welt laufen, wie wir es manchmal sollten.

00:25:55: Und damit sind wir ein bisschen bei diesen Erwartungsstrukturen- und Komplettierungsdynamiken, die uns Fachkräfte einfach prägen.

00:26:01: Und da müssen wir diesen Dingen, müssen wir uns bewusst sein, weil wir auch selber ja mit Erwartungen aufgewachsen sind, selber Erwartung haben und weitergeben und diese manchmal sehr ausgeprägt

00:26:11: sind.".

00:26:12: Das heißt ich muss eigentlich als Fachkraft mich auch mit mir selbst... sehr intensiv erstmal auch beschäftigen und muss sozusagen da auch immer so eine Haltung, wenn wir den Beriff jetzt mal nehmen kultivieren der gewissen Offenheit Neugier.

00:26:25: Und ein bisschen auch das immer wieder des weißen Blattes.

00:26:31: Wie kriege ich das denn hin?

00:26:32: Wie kann ich das einüben?

00:26:33: Weil ich sage mal... ... dem Menschen natürlich ist sozusagen, dieses aufgrund seiner eigenen Erfahrungen und wie du es eben gesagt hast das zu machen.

00:26:41: Das heißt ich brauche ja schon auch so etwas wie Supervision vielleicht oder irgendwie muss ich ja schon selber an mir ... ... kontinuierlich irgendwie arbeiten und das wird wahrscheinlich herausfordernd je länger ich in diesem Business bin... ...und muss eine Introspektion machen.

00:26:55: oder musst ihr irgendwie versuchen den Adressaten ... ... irgendwie zu sehen?

00:27:00: in seiner Unbeschriebenheit?

00:27:03: Ja, und auch um es mit dir zu sagen.

00:27:05: Die Stimme der Adressatinnen wirklich wahrzunehmen hat dafür Gesundheit.

00:27:09: Ich

00:27:10: sitze schon die ganze Zeit mit angezogener Handbremse aber jetzt muss das raus.

00:27:13: Das tut mir leid.

00:27:14: Da hat einer irgendwie einen Lappen zum Aufwischen.

00:27:15: Nein Spaß!

00:27:19: So ist das manchmal ne?

00:27:20: Dann gibt's dann so Brücken da... Jetzt wisst ihr ja auch... Nein, nein, nein.

00:27:23: Es war kein...

00:27:25: Also Introspektion war ich.

00:27:26: also wie kann ich das einüben?

00:27:30: einüben kann, aber dass man auch immer wieder daran erinnert werden muss.

00:27:33: Und das man immer wieder in kollegiale Beratung gehen muss, immer wieder im kollegialen Fallberatungen sich darüber austauschen muss... ...in Supervisionsprozesse sich nochmal mit Sicht auseinandersetzen muss.

00:27:42: Warum komplitiere ich etwas?

00:27:44: Warum erwarte ich etwas...?

00:27:47: Warum gebe ich etwas so wider wie ich es jetzt gerade tue?

00:27:50: Was hat das eigentlich mit mir zu

00:27:51: tun?".

00:27:52: Und ich glaube auch Stichwort.

00:27:55: also ich habe die ganze Zeit so zwei Dinge im Kopf auf der einen Seite, sodass das ja schon was sehr demokratisches ist Diese systemische Perspektive, weil ich dadurch unterschiedliche Perspektiven wahrnehme das Abgleich und nicht meinen Eindruck als richtig nehme.

00:28:12: Das ist was Extremdemokratisches.

00:28:13: aber auf der anderen Seite passt dazu natürlich auch gut zu dieser Frage von Menschenbild.

00:28:17: also was für ein Bild vom Menschen habe ich eigentlich?

00:28:22: oder wie würdest du das?

00:28:23: Ja, also Steve T'Chaser haben wir auch in der systemischen Beratungsweiterbildung gehört und da wird eben davon ausgegangen dass Menschen ja eigentlich schon ganz viele Ressourcen in sich haben.

00:28:37: Und Menschen sind mehr als ihre Probleme und diese Probleme sind ja irgendwann mal entstanden weil sich das System irgendwie verändert hat, weil es irgendwas von außen gab, weil's was Inneres gab und das sind Probleme aber man würde immer davon ausgehen Ressourcen in sich tragen.

00:28:54: Also jedes System kann auch für sich selber sorgen und das System, also Probleme zu lösen und nicht nur darauf zu schauen wir schauen einfach gesellschaftlich viel zu oft darauf was läuft nicht?

00:29:08: Und die Perspektive zu erweitern was läuft schon gut

00:29:11: Olli ist das richtig im Flohen?

00:29:12: Ja, weil ich viel lerne.

00:29:14: Wir hatten ja mit dem Bildungsding... Das ist für mich viel Neues bei und ich versuche natürlich durch die Fragen auch ein bisschen in diese Richtung dann weiter zu denken.

00:29:23: Was ich mich nochmal frage mit dieser Zeitperspektive da als Bauchherzeit Auf der anderen Seite

00:29:30: ist

00:29:31: dieser Herr, den du eben genannt hast ja das Verstehen.

00:29:34: Ja

00:29:36: auf der anderen seite ist ja auch diese Lösungsorientierung glaube ich er auch damit drin also dass sich gar nicht so Ewigkeiten jetzt die gesamte Biografie da durcharbeiten muss problem orientiert.

00:29:46: Da sehe ich auch schon wieder so ein gewisses Dilemma.

00:29:49: wie würde dir das sagen?

00:29:50: wir kommen schon relativ zum Ende.

00:29:52: Wie viel Problem Orientierung?

00:29:54: Wieviel Lösungs Orientierung brauche Ich da?

00:29:55: wieviel Zeit brauche ich ... noch mal praktisch.

00:29:59: In der Umsetzung ganz jetzt?

00:30:00: Ja,

00:30:00: also im Alltag...

00:30:02: Meines Verstanden zu haben!

00:30:04: Ich versuche, nein ich versuche mal.

00:30:06: Also in der Lösungsorientierung tätend sichtweise würde man ja gar nicht unbedingt davon ausgehen dass sich das Problem verstehen muss sondern nur auf die Lösung zu schauen und dass es gar nicht notwendig ist manchmal in das Problem so stark reinzugehen weil er um Lösungen geht.

00:30:22: Ich

00:30:23: finde das schließt dich ja auch ja nicht aus.

00:30:25: Man kann ja durchaus auch in einem Prozess ... problemorientierte Fragen stellen, dann beobachten sie das Problem schon.

00:30:31: Wer beochtet das Problem am meisten?

00:30:33: Wann tritt es häufig auf?

00:30:34: und dann aber zu gucken, wann tritt's denn nicht auf?

00:30:36: Da sind ja so Fragen nach Ausnahmen usw.

00:30:38: Aber da kann man ja auch Brücken bauen.

00:30:39: also zu gucken... Wo gibt's denn auch Lösungswege?

00:30:44: Und das ist trotzdem lösungsorientiert, auch wenn mal vielleicht Probleme... Also man muss ja irgendwie vielleicht auch sich erstmal grundsätzlich das Anliegen... Es ist ja auch gekoppelt an das An Liegen häufig zu sagen wo hakt ihr jetzt gerade, aber dann relativ schnell nichts zu kriegen und zu sagen okay Was funktioniert gerade gut und wo klappt es vielleicht auch schon?

00:31:04: Jetzt hatten wir, also genau.

00:31:05: Wo klappt das schon wirklich sich darauf zu fokussieren... Wann läuft es gut?

00:31:10: Ist das ... Ach, zum Beispiel eine gute Frage finde ich auch.

00:31:13: Ist das Problem auch da, wenn er oder sich schläft?

00:31:16: Das sind so ... Also wirklich noch mal nach Ausnahmen und Irritation zu fragen.

00:31:20: Und ich weiß nicht, muss zum Ende kommen was wir jetzt gar nicht hatten worauf ich aber nochmal hinweisen möchte die Theoretikerinnen gehen nämlich jetzt etwas traurig aus der Folge raus weil wir haben gar nicht so viele Ballumen gesprochen.

00:31:33: Oh, das geht aber eigentlich nicht.

00:31:35: Machen wir extra voll

00:31:36: wehend!

00:31:37: Wir machen vielleicht mal eine extra Folge zu Luhmann, weil Luhman ist auch ein Systemtheoretiker der sich sehr viel mit Systemen auseinandergesetzt hat.

00:31:46: Und wir haben jetzt gar nicht über das System an sich so intensiv gesprochen sondern viel mehr über die systemische Haltung.

00:31:52: aber ich glaube ihr konntet einen kurzen Abriss erhalten was für uns diese systemischen Haltung bedeutet und was wir unter systemischer Haltung eigentlich verstehen.

00:32:03: auf jeden Fall macht es Lust sozusagen sich damit weiter zu beschäftigen.

00:32:06: Deswegen nicht umsonst machen natürlich viele auch so eine systemische Weiterbildung, das lohnt sich glaube ich auf jeden fall weil ich glaube ist auch da konnte die mich schon ganz gut überzeugen auch glaube ich sehr erfolgreich sein kann und auch sehr interessant orientiert ist.

00:32:18: und das ist ja glaube ich das entscheidende.

00:32:20: bevor Jana jetzt ihre frage stellt Ich habe noch eine ganz entscheidend Frage Wer von uns trinkt jetzt diese gelbe nach Eierl die küraussehende Flüssigkeit?

00:32:29: Ich trau mich jetzt nicht mehr komischerweise.

00:32:31: Hat sich der Eierlikör, ist er jetzt noch voll oder leer?

00:32:34: Was ist das jetzt nach dieser Folge für euch?

00:32:38: Ich finde es sieht anders aus als sonst.

00:32:40: Ich sage gar nichts mehr ab!

00:32:42: Weil was ist schon die

00:32:43: Wahrheit?!

00:32:45: Es braucht mehr Neugierte.

00:32:46: Wir wollen alle ihn jetzt probieren, es braucht aber auch das Zutrauen dass wir die Ressource haben und es schaffen werden diesen halben Eierlikör jetzt gleich leer zu machen.

00:32:55: vielleicht braucht es auch den Glauben an die ressourcen danach.

00:32:58: dass wir noch mehr Eierlikör haben Und immer positiv denken und immer an die ressourcen glauben ist glaube ich ganz ganz wichtig im Sinne der systemischen Haltung.

00:33:10: Abschlussfrage Ihr eure Beobachtung mal für die Wahrheit gehalten, und es war sie gar nicht.

00:33:18: Und was könnt ihr darauf lernen?

00:33:21: Das ist wirklich spannend!

00:33:23: Mit diesen Gedanken entlassen wir euch.

00:33:25: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:33:26: Danke schön!

00:33:27: Und bis zum nächsten Mal.

00:33:28: Zum

00:33:28: nächsten Mal!

00:33:29: Tschüss!