Eierlikör und Jugendhilfe - Theoretisch in die Praxis!

Eierlikör und Jugendhilfe - Theoretisch in die Praxis!

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00:00:27: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Eierlikör und Jugendhilfe im.

00:00:36: Wir freuen uns erst mal wahnsinnig, dass das Jahr zwanzig, fünf, zwanzig so gut gelaufen ist.

00:00:41: Wir so viele treue Zuhörerinnen haben.

00:00:43: Vielen Dank an euch alle da draußen.

00:00:46: Aber heute sitze ich nicht alleine und auch in anderer Konstellation da.

00:00:51: Aber erst mal, Mike, gebe ich an dich ab.

00:00:53: Schön, dass du da bist.

00:00:55: Ja, hallo da draußen und auch frohes Neues von meiner Seite.

00:00:58: Ja, wir sind heute in einer besonderen Konstellation.

00:01:01: Besonders nicht nur, weil Olli heute nicht dabei ist.

00:01:03: Das ist glaube ich eher schade, dass er nicht dabei ist.

00:01:05: Aber wir haben heute eine Expertin zu Gast, weil wir uns heute mit dem Thema Hochschulsozialarbeit beschäftigen und haben gedacht, das ist besser, wenn wir das in so einer Dreierrunde machen, damit es auch für euch nicht so viel wird.

00:01:16: zum Anhören, sag ich mal.

00:01:17: Genau, und wir haben heute Ines Yane zu Gast, die Sozialarbeiterin und ist seit Jahrzehntzwanzig wissenschaftliche Mitarbeiterin im Pilotprojekt Hochschulsozialarbeit an der Hochschule Nordhausen in Thüringen.

00:01:28: Erstmal Hallo.

00:01:29: Vielleicht kannst du ja ganz kurz sich vorstellen, was kurz von dir erzählen, bevor wir dann inhaltlich einsteigen, ein bisschen was zum Thema sagen.

00:01:36: Ja, einen wunderschönen guten Tag auch an alle.

00:01:39: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:41: Mein Name, wie gesagt, ist Nistiane und in dem Projekt tätig.

00:01:45: Und ich habe bereits auch schon vorher Erfahrungen der Schulsozialarbeit gesammelt, jetzt eben im Kontext Hochschule, was eben auch noch mal sehr spannend ist.

00:01:55: weil dann auch einige Unterschiede sind, aber doch auch parallel zu dem Arbeitsfeld eben an, ich sag jetzt mal, einen sehr guteren Bildungsbereich.

00:02:02: Genau.

00:02:04: Ja, das waren wir nämlich auch so spannend irgendwie an dem Thema, weil das Besondere ist ja, dass... ... wir ja alle irgendwie Hochschulerfahrung haben, ... ... also sowieso über das Eigenstudium, ... ... aber auch Erfahrung in der Lehre in der Hochschule ... ... und Jana ist ja in Nüsseldorf an der Hochschule, ... ... ich in Aachen an der Hochschule ... ... und finde wir uns, ... ... also ich finde diese Mischung einfach spannend, ... ... jetzt gerade heute mal darüber zu diskutieren, ... ... weil wir ja immer wieder auch ... ... Problemlagen von Studierenden auch mitbekommen ... ... und das manchmal, ... ... also kann ich so vorwegnehmen, ... ... dass manchmal auch so ein bisschen schwierig finde, ... ... da im Prinzip so aus der Rolle des Lehrenden heraus ... ... gewisse Bedarfe auch irgendwie abzudecken.

00:02:39: Also, ich hab da manchmal auch schon so Situationen gehabt, wo ich gedacht habe, okay, das war ja ein bisschen überfordern, gerade in der eigenen Rolle, weil man ja auch viele Aufgaben irgendwie hat und da hat mir persönlich so ein bisschen... Die Anschlussstelle so auch an die Hochschule irgendwie gefehlen, hätte ich mir glaube ich sowas gewünscht.

00:02:52: Deswegen glaube ich, ist es spannend, jetzt in einem Kinder- und Jugendhilfe-Podcast sich das mal anzuschauen, weil die Frage ist ja durchaus berechtigt, dass man denkt, naja, die sind doch alle schon groß im Studium, was sie brauchen, die dann jetzt Hochschulsozialarbeit.

00:03:06: Ich finde, das wird auch nochmal ein spannendes Thema, wo wir uns gleich nochmal näher mit beschäftigen.

00:03:11: Jana, willst du noch was ergänzen, bevor wir richtig anfangen?

00:03:12: Ja, ich

00:03:13: finde das nämlich auch spannend, weil es gerade ja auch genau, wir sind beide jetzt auch in der Hochschule tätig und was das Studierende da ankommen und nicht fertige Erwachsene sind ohne Problemlage, sondern alle irgendwie ihr Päckchen mitbringen.

00:03:27: Ich finde, dass darf einfach mal auch Aufmerksamkeit erfahren und den Raum wollen wir heute geben.

00:03:32: und deswegen total schön, dass du da bist und wir mit diesem Thema ins neue Jahr starten können.

00:03:38: Wir haben eben schon mal überlegt, Bis wann sagten eigentlich frohes Neues?

00:03:42: Und wir haben uns eigentlich darauf geeinigt, eigentlich darf man das noch im ganzen Januar sagen und das ist auch irgendwie schön, mit diesem Thema neu in das Jahr, zwanzig, sechsundzwanzig, für uns zu starten.

00:03:53: Ines, leg doch mal los.

00:03:55: Was machst du eigentlich genau?

00:03:59: Genau, also meine Tätigkeit umfasst momentan die Beratung von Studierenden.

00:04:06: Ja, also eben, wenn... individuelle, studentische, psychische Problemlagen bei Studierenden vorliegen.

00:04:14: Anderen habe ich aber auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Aufgabe, intern das Projekt zu evaluieren.

00:04:21: Wir werden auch extern evaluiert.

00:04:23: Darauf kann ich auch später nochmal zurückkommen.

00:04:26: Und so gut erletzt eben auch die Öffentlichkeitsarbeit, also auf das Thema Hochschulsozialarbeit in Deutschland aufmerksam zu machen.

00:04:34: Und das sind so meine Haupttätigkeiten.

00:04:37: Ich bin nicht alleine im Projekt.

00:04:39: Alleine wäre das wirklich sehr schwer zu bewerkstelligen.

00:04:43: Wir sind zu tritt derzeit im Projekt.

00:04:47: Zwei weitere Kolleginnen, auch Sozialarbeitende von der Ausbildung her.

00:04:52: Und genau da ist eben auch der Fokus bei meinen Kolleginnen auf der Beratung und auch auf dem Lerncoaching.

00:04:59: Und das sind eben so unsere Themenschwerpunkte.

00:05:03: aber eben nicht nur die Einzel- und Gruppenberatung für Studierende, sondern eben auch die Veranstaltungsplanung, also dass wir unter Studierenden Bedarfsabfragen machen, durchführen im Semester und nachfragen, was wünscht ihr euch eigentlich für das Semester an zum Beispiel unerstützenden Veranstaltungen, die eben eure Themen aufgreifen?

00:05:26: Das können Informationen zur Austauschformate sein zum Thema Studieren mit Depressionen, Studieren mit Autismus.

00:05:32: und so weiter.

00:05:34: Und wir bieten Workshops an zum Thema stark in die Prüfung, also gerade auch das Thema Prüfungsangst ist sehr präsent.

00:05:43: Aber auch viele weitere Formate, worauf wir bestimmt auch nochmal im Verlauf zu sprechen kommen.

00:05:47: Und das sind so unsere Haupttätigkeiten.

00:05:52: Warum denkst du, ist das Thema Hochschulsozialarbeit auch für unseren Podcast?

00:05:59: Entscheidend.

00:06:00: Wir adressieren ja vor allem Bruseinsteigerinnen, aber auch vor allem Studierende, die dieses Thema natürlich heute vielleicht besonders relevant ist.

00:06:08: Was denkst du da?

00:06:08: ist so deine Einschätzung?

00:06:11: Ja, also zum einen sind es eben auch Themen, also die Studierende haben, die ja auch, ich würde sagen, so ein Ablöseprozess sind.

00:06:21: Also junge Menschen.

00:06:22: Ich glaube, ich habe recht ähnliche Themen und Studierende sind ja auch zum Teil eben Anfang zwanzig und befinden sich im Ablöseprozess, den eben auch die Jugendphase umfasst.

00:06:33: Und ja, zum Beispiel eben das Wegziehen aus dem Elternhaus.

00:06:38: Ja, psychische Gesundheit ist eben ein Thema gerade auch bei jungen Menschen und einfach auch, würde ich sagen, sehr präsent und treift eben auch hier, denke ich für alle.

00:06:52: Mike, wie ist bei dir?

00:06:53: Hast du Erfahrung mit dem Thema?

00:06:55: oder was ist gerade so bei dir aufgeploppt im deinem Köpfchen?

00:06:59: Im Köpfchen ploppt mir einige Sachen auf, aber ich bin an der Stelle, finde ich das wirklich ganz spannend.

00:07:04: Das Thema ist mich super dankbar, dass du dir heute die Zeit nimmst, ihnen es uns ein bisschen einzuführen.

00:07:09: Ich glaube auch für unsere Hörerinnen und Hörer ist das wahnsinnig spannend, gerade für die Studierenden.

00:07:14: Ich habe das gar nicht so am Schirm gehabt, dieses Thema und war so total überrascht, dass es da was gibt.

00:07:18: Deswegen wäre gleich nochmal so die Frage an dich, ob du so einschätzen kannst, wie breit dieses Phänomen Hochschulsozialarbeit eigentlich schon so verankert ist.

00:07:26: Ich kann das nur sagen, so aus der Betreuung und Beratung von Studierenden muss ich sagen, dass dieser Bedarf, glaube ich auf jeden Fall da ist, weil die tatsächlich ja auch im Studium noch sehr sehr jung sind und teilweise da auch viele Probleme irgendeine Rolle spielen können.

00:07:43: Also wirklich von Problemen im privaten Umfeld in der Familie, aber auch finanzielle Sorgen kombiniert dann mit Leistungserwartungen, die dann in der Kombi dann irgendwie nachher zu so einem Leistungsdruck führen können.

00:07:55: Also Leistungserwartungen im Studium sollten ja eigentlich normal sein, dass natürlich da irgendwie Prüfungen gibt, Hausarbeiten und so weiter und das an sich eigentlich für sich gesehen jetzt kein Problem ist, aber wenn dann eben diese Ressourcen fehlen, wenn dann private, familiäre, soziale Probleme dazu kommen, dann... merke ich schon, dass natürlich die Start-Voraussetzung wie in allen Bildungsphasen ja einfach sehr unterschiedlich sein können auch.

00:08:17: Also einfach auch da, so dass das Ding Ungleichheit einfach eine Rolle spielt, die da startet mit anderen Voraussetzungen, so ein Studium und da gibt es ja immer schon, da gab es ja immer schon Angebote an Hochschulen, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, weiß nicht Jana, wie das bei euch ist, ich kann das jetzt nur so... aus den Hochschulen, die ich so kenne, wiedergeben, dass das manchmal ja auch sehr zergliedert ist.

00:08:37: Nicht so richtig, dass man das Gefühl hat, das ist jetzt eine Anlaufstelle, sondern dann gibt es irgendwie jemand, der macht die Studienberatung und dann aber bloß nicht irgendwie was mit psychosozialen Problemen, sondern alles, was irgendwie mit dem Studium selber zu tun hat.

00:08:46: Dann gibt es irgendwie was, das ist eine BAföG-Beratung.

00:08:49: oder irgendwie in so verschiedene Sachen, dann gibt es so, was das Studium betrifft, irgendwie dann wieder Modulbeauftragte, Studiengangsleiter, Praxisbüro, wenn es um die Praxisphase gibt und so weiter.

00:08:59: Und ich hätte schon das Gefühl, dass mir als Studierender wirklich was helfen würde, was so alles so ein bisschen vielleicht auch bündelt und wo ich vielleicht erst mal hingehen kann.

00:09:07: Und gerade auch Lehrende ja manchmal auch, merke ich bei mir selber auch mal einfach, die Zeit fehlt so ein bisschen, da dann weiter intensiver zu begleiten und die Anfragen.

00:09:17: gibt es schon, also dass dann Studierende sagen, ich kann jetzt gerade die Leistung muss ich jetzt schieben oder ich habe dann aber wieder um Sorge, wie das mit dem BAföG aussieht, wenn ich jetzt ein Semester dran hängen muss und so weiter, weil ich habe gerade große familiäre Probleme und so weiter.

00:09:30: Das ist schon echt eine Herausforderung, ich glaube, dass es wirklich total wichtig ist, darüber zu sprechen.

00:09:35: Ja, dann vielleicht jetzt du nochmal eine Ergänzung, wie du das so fahren nimmst, bevor wir uns das Projekt nochmal näher anschauen.

00:09:42: Ja, total gerne, weil ich würde sagen, dass wir schon an der Flietner Fahrhochschule da einiges tun, damit Studierende irgendwie gut ankommen können, gut unterstützt werden.

00:09:52: Aber mit Hochschulsozialarbeit habe ich mich dann nämlich auch noch nicht beschäftigt und fand es total spannend, dass wir dich dafür gewinnen konnten, uns mit diesem Thema mal zu beschäftigen.

00:10:01: weil es ist einfach so studierende Geraten in Problemlagen.

00:10:05: Ich kriege das jetzt so ein bisschen mit.

00:10:06: Ich bin ja Gleichstellungsbeauftragte bei uns an der Hochschule und wir beraten natürlich auch zu Vereinbarkeitsthemen.

00:10:14: Und da braucht es einfach mehr Unterstützung für die Menschen, auch im Sinne von Chancengerechtigkeit, von Ungleichheitsprozessen, die irgendwie sich widerspiegeln.

00:10:23: Und ich glaube, da leistet ihr sicherlich einen ganz guten Beitrag, Ines.

00:10:28: Ja, das denke ich bisher auch.

00:10:30: Es wird sich zeigen, was jetzt dann auch die Evaluation betrifft, aber ich habe das schon super gut zusammengefasst, dass wir eine erste Anlaufstelle sind, eben für die ganzen Themen, die Studierende betreffen.

00:10:47: Es gibt ja sozusagen deutschlandweit natürlich auch das Studierendenwerk und das wird sicherlich bei euch auch geben und das gibt es auch bei uns.

00:10:57: Nur ist es halt so, dass das Studierendenwerk nicht bei uns täglich vor Ort ist.

00:11:04: Es gibt bei uns die psychische soziale Beratung oder eben die allgemeine soziale Beratung.

00:11:09: Und das Ding ist aber, dass es eben nicht jederzeit die Möglichkeit gibt, dass Studierende, die die Studierendenberatung des Studierendenwerkes aufsuchen können, zumindest in Präsenz und das hat sich bis jetzt schon bei uns in der Evaluation sehr gezeigt, dass die Präsenzberatung sehr ausschlaggebend ist und das fehlt hier so ein bisschen am Standort.

00:11:36: und deswegen wurde aus, ich sage jetzt mal, Corona-Mitteln im Jahr etabliert und seitdem gibt es eben diese hier neben dem Studierendenwerk und als erste niedrigschwellige Anlaufstelle.

00:11:59: und ich denke, das ist das auch was uns sehr auszeichnet, dass wir eben jeden Tag vor Ort sind, also sagen wir Montag bis Freitag eben ansprechbar und vor allem ganzjährig.

00:12:10: Also nicht nur in der Semester, also in der Vorlesungszeit, sondern eben auch in der Vorlesungsfreienzeit, in der Prüfungszeit.

00:12:18: Das ist ein wichtiges Merkmal, weil das eben beim Studierendenwerk ja dann eben nicht zugegeben ist.

00:12:25: Und ich kann da tatsächlich jetzt hier auch nur für uns sprechen an unserem Standort.

00:12:30: Das wird eben deutschlandweit anders aussehen, wie eben auch da Studierende Beratung umgesetzt wird.

00:12:38: Hochschulsozialarbeit ist eben jetzt ein Begriff, würde ich sagen, der den es jetzt eben so gibt, aber nicht flächendeckend, bundesweit.

00:12:48: Ich bin mir auch nicht sicher, ob es jetzt auch gerade Aufgabe ist, das herauszufinden, gibt es eben in Deutschland, Projekte, die ähnlich laufen.

00:12:55: Ist uns tatsächlich, also bisher uns noch nicht bekannt, unser Modellprojekt eben als eines mit Alleinstellungsmerkmal gerade in Deutschland, aber vielleicht gibt es eben ähnliche Konzepte, die in Deutschland derzeit umgesetzt werden.

00:13:12: Und das würde uns natürlich sehr interessieren, ob es eben auch andere Hochschulen gibt, die ein ähnliches Projekt haben, aber vielleicht nicht Hochschulsozialarbeit heißen.

00:13:22: Wir wissen von Hochschulsozialarbeit in Wien, also am Fahrkampus Wien, aber ähnliches unter diesem Namen lehren uns nicht bekannt.

00:13:32: Genau.

00:13:35: Ja, aber da wäre jetzt für mich so die Frage, wenn man... Also wenn Jan und ich jetzt sagen, unsere Hochschulen sind schon nicht schlecht aufgestellt und es gibt viele Angebote, das muss ich auch wirklich sagen, dass es noch viele Hochschulen, wo es ansprechende Angebote gibt.

00:13:45: Aber die Frage wäre jetzt trotzdem noch, wenn man jetzt zu den nächsten Schritt gehen würde, würde ich sagen, Hochschulsozialarbeit fänden wir bei uns irgendwie auch gut.

00:13:54: Was wird es denn, wie ich nochmal sage, in Abgrenzung zu dieser klassischen studierenden Beratung, wo ist jetzt zusammengefasst der Mehrwert?

00:14:00: von Hochschulsozialarbeit.

00:14:02: Also das wirklich nochmal klar herauszustellen und auch ein bisschen Werbung für diesen Bereich zu machen, gerade wenn du sagst, naja, das ist jetzt eigentlich bei uns jetzt gerade irgendwie am Start, aber deutsch und weit gibt es also zumindest so diesen Namen, taucht es jetzt so als einheitliches Konzept so vielleicht noch nicht auf.

00:14:17: Das ist ja eigentlich schade, weil das Konzept ja eigentlich schon gut ist.

00:14:20: Also was würdest du sagen, wo ist jetzt so der Unterschied, wenn jetzt eine Hochschule sagen würde oder irgendwie... Leiter von so einer Hochschule sagen wir haben ja schon über Studierendenberatung.

00:14:29: Brauchen wir ja nicht Hochschulsozialarbeit.

00:14:32: Ja, okay, wo fange ich da an?

00:14:34: Also es ist zum einen finde ich eben die Besonderheit, diese tägliche Präsenz und dass wir auf dem Campus eben auch aufsuchende Arbeit betreiben.

00:14:45: Würde ich sagen macht das Studierendenwerk jetzt nicht so direkt, dass wir eben Eingangs wurde das schon gesagt, wenn eben auch eine Lehrperson sagt, ja, da bei der Person, bei dem Studenten, der Studentin, da ist irgendwie etwas, was mir aufgefallen ist, könnt ihr da nicht mal in Kontakt suchen.

00:15:02: Ist alles schon vorgekommen, haben wir gemacht, dass wir eben auch direkt Studierende ansprechen.

00:15:09: Auch das kann eben manchmal auch schon weitere Schritte sozusagen... präventiv eben leisten.

00:15:16: Und das ist auch der Punkt, den ich da jetzt mit benennen würde, weil, wie mich danach gefragt hast, also wir leben halt hier sehr das Motto Prävention vor Krisenintervention.

00:15:26: Und ich glaube, dass es manchmal vom Studierendenwerk eben so nicht umfänglich gleistet werden kann, nicht als Kritik gesehen, sondern weil es eben ein anderes Konzept ist, ein anderer Aufbau Kapazitäten, Ressourcen.

00:15:39: Und wir haben eben hier durch die möglichen Stellen und da wir eben auch hier vor Ort sind, umfängliches Netzwerk auch aufbauen können.

00:15:49: Das bedeutet, dass wir hier von Kooperation, Netzwerkspartner, Partnerinnen im Landkreis leben, eben auch Bescheid wissen, wer ist denn jetzt hier vielleicht Ansprechpartner für eben Thema Wohnung, Schulden etc.

00:16:03: und können eben auch da schnell für weiß Arbeit, für weiß Beratung leisten, dadurch, dass wir hier gut vernetzt sind.

00:16:11: Ich denke, das ist auch ein wesentlicher Punkt, weil sich dadurch vielleicht auch mehrere Schleiten sparen lassen können.

00:16:21: Und als wichtiges Feedback in der externen Evaluation würde ich sagen, sehr ausschlaggebend, dass selbst der sozialpsychiatrische Dienst uns schon zurückgemeldet hat, dass viel weniger akute Fälle bei Ihnen eingegangen sind von Studierenden, seitdem es uns gibt.

00:16:43: Also das war jetzt sozusagen als erstes Ergebnis oder von Netzwerkpartner-Partnerinnen, die wir im letzten Jahr bekommen haben.

00:16:53: Und ich denke, das ist schon ein sehr entscheidender Punkt, da eben nochmal anders zu agieren.

00:16:57: Jetzt

00:17:00: hast du schon mehrfach die Evaluation, die ihr durchgeführt habt, angesprochen.

00:17:04: Ich würde da gleich gerne nochmal zukommen.

00:17:05: Ich würde gerne noch vorher einmal unterstreichen für unsere Zuhörenden.

00:17:10: was nämlich so wichtig ist.

00:17:11: Es gibt zunehmend an Hochschulen, Unterstützungsmaßnahmen.

00:17:16: Jetzt gibt es nicht immer überall Hochschulsozialarbeit, aber man findet entsprechende Stellen in den Städten.

00:17:23: Und es ist überhaupt kein Problem.

00:17:24: Und es sollte kein Problem sein, sich da auch Hilfe zu holen.

00:17:28: Ich will da einfach nur noch mal Mut auch an dieser Stelle machen, Unterstützungsbedarf anzunehmen, wahrzunehmen und... Studium ist herausfordernd.

00:17:37: Das kann herausfordernd werden und es gibt einfach auch viele Studierende, die zunehmend mehr Belastungen haben und das möchten wir an der Stelle auch einfach wahrnehmen und dem hier Raum schenken.

00:17:47: Deswegen, ja, aber es gibt da ja schon erste Ergebnisse auch von euch.

00:17:51: Vielleicht magst du die einfach einmal vorstellen.

00:17:55: Ja, sehr gerne.

00:17:57: Also, zum einen führen wir eine Beratungsdokumentation, wo wir eben auch erfassen, wie zum Beispiel welche Beratungsthemen.

00:18:05: liegen ganz oben auf.

00:18:07: Wir erfassen auch, welches Geschlecht oder welche Studienbereiche, welche Gruppen generell unser Angebot aufsuchen und welche Maßnahmen wir durchführen.

00:18:21: Das sind eben alles so Sachen, die wir dann quantitativ erfassen.

00:18:26: Wir werden unsere Veranstaltungen aus und vielleicht kann ich ja Einmal hier darauf eingehen, was so wesentliche Punkte sind aus der granditativen Erhebung.

00:18:38: Da würde ich gerne auch mal mit den Beratungsthemen starten, weil ihr es eben auch schon mehrfach erwähnt habt.

00:18:45: Die psychische Gesundheit bei Studierenden liegt ja auch ganz oben auf, also

00:18:50: zu

00:18:51: so ein dreißig Prozent.

00:18:53: Wenn Studierende unsere Beratung aufsuchen, dann geht es hier um psychische Herausforderungen, Belastungen.

00:19:00: Dicht gefolgt dann eben von studentischen Herausforderungen, also Studienbezogenen.

00:19:07: Das meint, das sind Themen der Überforderung, Zeitmanagement, Lernorganisation.

00:19:14: Das sind so Dinge, die die Studienbezogenen Herausforderungen umfassen.

00:19:17: Das ist dann dicht gefolgt, mit twenty-three Prozent.

00:19:21: Dann erfassen wir seit letztem Jahr den Punkt multiple Problemlagen.

00:19:26: Das meint.

00:19:28: Also das wurde in den Jahren davor nicht erfasst.

00:19:30: Wir haben uns aber jetzt entschieden, dadurch, dass die Themen zu den, oder mit denen Studierende zu uns in die Beratung kommen, immer multipler werden.

00:19:38: Also meist eben nicht vielleicht nur eine psychische Herausforderung betreffen, sondern gleichzeitig vielleicht gepaart, also Depressionen mit Angststörungen zum Beispiel.

00:19:46: Und gleichzeitig sind da aber auch noch finanzielle und studentische Themen, die oben aufliegen, sodass wir das auch hier nochmal erfassen.

00:19:56: Genau.

00:19:57: Und zum anderen sind es auch spezifische Herausforderungen internationaler Studierende, die wir mit neun Komma fünf Prozent bisher als Themen haben.

00:20:07: Und auch finanzielle Themen.

00:20:09: Thema BAföG war in den letzten Monaten sehr schwierig.

00:20:14: Denke gerade auch in Thüringen, das ist nicht vorbeigegangen, sodass wir da auch hier fast acht Prozent.

00:20:20: der Themen haben.

00:20:22: Vielleicht nur das als kleine Einblick, was jetzt gerade so Beratungsthemen sind, die bei Studierenden präsent sind.

00:20:30: Mike, findest du, das spiegelt sich auch in deinem Alltag wieder?

00:20:35: Also, kriegst du diese Problemlagen mit, würdest du sagen, als Lehren da?

00:20:38: Oder du nächst schon?

00:20:41: Ja, leider, aber das ist so.

00:20:45: Da muss man ja einfach offen sein, natürlich.

00:20:49: Die Hochschule ist ja eben auch ein Lebensort, ähnlich wie das ja bei Schule auch ist.

00:20:55: Studierende Verbringende sollten zumindest idealerweise einen großen Teil ihrer Zeit verbringen.

00:21:01: Ich weiß, es gibt Einzelfälle, wo das nicht anders aussieht, aber in der Regel... Schätzen die das ja auch wert, dass sie sagen, okay, ich studiere jetzt in der Götze das ganze Leben an Hochschule dazu.

00:21:09: Deswegen glaube ich, ist das ein wichtiger Ankliffwuchspunkt da auch, die Probleme direkt wahrzunehmen und auch Orte zu schaffen, wo die thematisiert werden können.

00:21:16: Also ich würde schon sagen, man kriegt das auch jeden Fall mit.

00:21:19: Also wirklich alles rund um Sorge, Geld, Familie, Krankheit und so weiter, auch Todesfälle von Verwandten, was weiß ich, also da hatte ich letzte Zeit auch ein paar... Situationen, wo einfach da auch familiäre Krisen gerade einfach das Lernen und das Studieren letztendlich eigentlich verunmöglichen und dann dann noch so Sachen dazu kommen.

00:21:39: Okay, jetzt muss ich vielleicht wirklich irgendwie auch eine Psychotherapie machen und muss erst mal ein Semester aussetzen.

00:21:44: Was ist da mit meinem BAföG?

00:21:45: Also es sind wirklich ganz klassische sozialarbeiterische Themen.

00:21:48: Das muss ich einfach sagen.

00:21:49: Es sind ganz normale Themen, die in einer Sozialarbeit grundsätzlich eine Rolle spielen und gekoppelt eben an diesen Hochschulen.

00:21:57: Ort.

00:21:57: von daher finde ich diesen Begriff Hochschulsozialarbeit eigentlich auch recht wirklich passend, weil das ist einfach in Verbindung mit diesen Leistungserwartungen, die es dann natürlich gibt in einem Studium, ist das einfach eine Kombi, wo ich sagen würde, ja da gibt es extrem.

00:22:10: krasse Bedarfe.

00:22:11: Und ich glaube, alles, was diese verschiedenen Angebote bündelt und auch gewisse Verfahren niedrigschwelliger und einfacher und smarter irgendwie macht, finde ich grundsätzlich positiv.

00:22:21: Also ich würde das wirklich sehr positiv beurteilen.

00:22:23: Und die Bedarfe auf jeden Fall sind definitiv da, auch wenn man nochmal über Studium beruft.

00:22:28: Also die Vereinbarkeit irgendwie, gerade wenn man noch an denen arbeiten muss, Kinderbetreuung.

00:22:32: Also das sind verschiedene Sachen, die dann eine Rolle spielen.

00:22:34: Und ich glaube, Deswegen bin ich gerade auch so ein bisschen on fire, was das Thema betrifft.

00:22:39: Also, ich glaube eigentlich müsste das an jede Hochschule, müsste es an jeder Hochschule so im Konzept irgendwie verankert werden.

00:22:46: Und wie gesagt, es werden viele Hochschulen sagen, naja, wir haben doch da schon was, ist auch so.

00:22:49: Aber ich glaube, das Konzept hat nochmal seine eigenen Stärken und ich finde, Ihnen ist das das der bis jetzt auch finde ich schön nochmal rausgestellt in der Stelle.

00:22:56: Jana, wie ist bei euch?

00:22:57: Ja, ich würde auch, also ich hatte auch gerade noch den Gedanken, jetzt ist ja auch immer so als Lehrende, also aus der Perspektive von uns Lehrenden.

00:23:05: Wir sind, also wir sind ja jetzt halt irgendwie auch ausgebildete sozialarbeitende Mike und ich, ne?

00:23:11: Wir sind auch systemische Beraterinnen und können... Ist aber

00:23:14: auch nicht, ist auch nicht bei allen selbstverständlich.

00:23:16: Genau,

00:23:16: ist bei allen selbstverständlich, wenn ich jetzt so an so einem klassischen Universitätsprofessor für Mathematik denke, ich weiß nicht, wie offen der für diese Probleme sind und wie ist es auch mit unserer Rolle als... Wir sind in der Rolle ja auch erstmal Hochschullehrende und nicht Sozialarbeitende.

00:23:33: Und wir können natürlich ein offenes Ohr haben, aber wir können nicht so... die Themen bewegen, wie ich dann doch mein, oder wie es mein Herz manchmal gerne würde.

00:23:43: Das würde sich in der Rolle auch mit einem starken Machtgefälle, was ich einfach, was ich einfach aus der Struktur der Hochschule ergibt, nicht, weil ich Macht habe, sondern es ist einfach in der Natur der Sache, dass ich als Hochschullehrerin eine gewisse Macht gegenüber Studierenden habe und da nicht als Beraterin auftreten kann.

00:24:00: Und mir wird es total helfen als Lehrende, wenn ich wüsste.

00:24:04: Da gibt es ein gutes Team, die kümmern sich um die Studierenden.

00:24:06: Das ist auch Gott sei Dank, würde ich immer sagen, bei uns so, an die ich verweisen kann.

00:24:10: Und deswegen würde ich auch nochmal betonen, wie wichtig das ist.

00:24:13: Und wie aber auch ein bisschen die Herausforderung darin liegt, dass wir jetzt halt auch das könnten.

00:24:18: Oder, Mike?

00:24:21: Ja, ja, natürlich.

00:24:23: Es ist eine besondere Konstellation.

00:24:25: Das muss man einfach sagen.

00:24:25: Aber ich fände noch mal spannend, Ihnen es von dir zu hören, vielleicht.

00:24:29: Wieso dieses.

00:24:30: Also ich weiß, aus der Schuhsozialarbeit gibt es ja häufig die Kritik, naja, das ist ja manchmal auch so, dann werden alle Probleme von den Lehrern schön, alles, was soziale Probleme sind, wird schön an die Schuhsozialarbeit irgendwie abgeschoben.

00:24:42: Das ist ja manchmal auch ein schwieriges Verhältnis.

00:24:44: Und da gibt es auch viele Schulen, wo das auch gut funktioniert.

00:24:46: Aber vielleicht von deiner Seite aus, was ist so die Grundidee oder was sind auch so Erfahrungswerte?

00:24:50: Wieso die Kooperation dann auch eben ist zwischen den Lehrenden, den Professoren und der Hochschulsozialarbeit?

00:24:57: Also wie ist da die Zusammenarbeit?

00:25:00: im Sinne der Studierenden, weil das finde ich tatsächlich auch irgendwie wirklich spannend, dass man jetzt auch als Prof oder Hochschullehrer nicht einfach sagt, na komm, jetzt gehen wir da zu Hochschulsozialarbeit, sondern dass man auch wirklich versucht zusammen irgendwie zu arbeiten.

00:25:15: Ja, es schätze ich schon als sehr gelungen ein, die Zusammenarbeit.

00:25:21: Wir haben ja auch so was wie Studienfachberatung, wo eben auch solche Fragen geklärt werden können.

00:25:25: Das gibt es ja sicherlich bei euch auch.

00:25:28: Aber ich finde, das funktioniert eben schon ganz gut, dass die Lehrenden zumindest über das Projekt Bescheid wissen, dass wir hier vor Ort sind und natürlich auch selbst erst gewillt sind, auch mögliche Ansprechperson zu sein.

00:25:44: Natürlich auch nur in den Rahmen der Möglichkeiten.

00:25:46: Ich habe das eben auch schon gesagt, dass es eben manchmal eine Ressourcenfrage ist.

00:25:51: Aber das Angebot wird wahrgenommen.

00:25:52: Wir werden auf dem Campus angesprochen.

00:25:55: wie er E-Mail von den Lehrenden kontaktiert und wenn eben auch ja oder werden eingeladen in Veranstaltungen.

00:26:03: Also das ist tatsächlich kommt sehr häufig gerade vor, dass wir in Veranstaltungen bei den Lehrenden eingeladen werden, um uns kurz vorstellen zu können.

00:26:10: Also das machen wir vor allem Anfangs des Semesters und das ist sehr wohlwollend am gegenseitig, dass wir auch jederzeit signalisieren, ja, dass wir da sind und da hat er uns gerne ein oder Ja, wenn ihr Bedarf habt, meldet euch.

00:26:27: Es kam auch schon Lehrende auf uns zu, die selbst sich beraten lassen haben.

00:26:31: Ich finde, das Thema ist ja auch, also wie niedrigschwellig ist eigentlich Beratung, steckt da ja auch so ein bisschen drin, also wie niedrigschwellig bekomme ich Unterstützung, wie präsent ist unsere Unterstützung, wie aktiv wird damit umgegangen.

00:26:44: Und das erlebe ich ja immer wieder, dass dann doch Studierende zögern, so Beratungsangebote einfach auch in Anspruch zu nehmen.

00:26:51: Warum auch immer.

00:26:52: Also deswegen ist es ja, also die Hürde, seine Lehrende oder die Lehrenden anzusprechen, ist schon hoch.

00:26:59: Aber wenn man weiß, es gibt aktive Menschen, die sich um meine psychosozialen Themen, die damit irgendwie umgehen können, das ist ja total eine Sicherheit, auch die mir im Studienalltag gegeben werden kann.

00:27:12: So.

00:27:13: Ja, das stimmt.

00:27:14: Also ich glaube, dass trotzdem die Hemmspiele sehr groß ist, auch wenn unsere Angebote trichschwellig angelegt ist.

00:27:21: Aber alle erreichen wir ja trotzdem nicht, alle Studierende.

00:27:25: Und ich würde mal ein Beispiel nennen, weil das ist etwas, was aus der Evaluation doch nochmal sehr ausschlaggebend war für eben diese Hemmspiele oder Ansprache von Studierenden.

00:27:40: Wir haben zwei Fachbereiche, einmal den Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Ingenieurswissenschaften.

00:27:47: Es wird an anderen Hochschulen vielleicht recht ähnlich sein, je nachdem, was es in der Hochschule ist.

00:27:51: Und bei uns ist es so, dass von denjenigen, die unser Angebot in Anspruch genommen haben, eben seventy-two Prozent aus dem Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kommen und neunzehn Prozent Ingenieurswissenschaften.

00:28:06: Es hat natürlich irgendwo auch ein Grund, ja, also warum ist es so, sind wir weniger dort präsent, obwohl wir viele Maßnahmen ergriffen haben und dort vorzustellen.

00:28:15: Angebote machen wir auch für alle Studierenden, also das soll ja kein Fachbereich ausgrenzen.

00:28:21: Aber es muss ja irgendwo nur Sache haben, warum eben gerade Menschen aus den Wirtschaftssozialwissenschaften ja unser Angebot in Anspruch nehmen, als Menschen aus den Internetwissenschaften.

00:28:37: Also wir schätzen, dass jajenigen im Ingenieursbereich ja nicht weniger Probleme haben.

00:28:43: Aber wir stellen uns jetzt die Frage und damit beschäftigen wir uns auch jetzt nochmal im Jahr sixundzwanzig, was für eine Ansprache braucht es, um eben auch da nochmal eine Hemschwelle herabzusetzen.

00:28:57: Oder vielleicht täuschen wir uns und es gibt dort kleine Probleme.

00:29:02: Aber genau das ist jetzt so ein bisschen Thema.

00:29:07: Ich frage mich auch, also wie so, da sind wir wieder bei so einem klassischen Thema, was wir auch schon öfters in diesem Podcast hatten.

00:29:13: Wie funktionieren eigentlich Adressierungsprozesse?

00:29:16: Wer wird erreicht und wer auch nicht?

00:29:17: Also das sind ja wirklich die Themen, die in der Kinder- und Jugendhilfe auch immer da sind.

00:29:24: Und warum nimmt wer eher Hilfe in Anspruch?

00:29:27: Warum auch nicht?

00:29:28: Das sind ja wirklich wichtige und spannende Themen, die da auch mit drinstecken.

00:29:35: Definitiv, also... Wie ich zu gucken, liegt es jetzt an der Affinität zum Sozialen, dass die einen da eher, sag ich mal, sich da auf den Weg machen.

00:29:43: Das ist natürlich spannend, sich das anzuschrauben.

00:29:45: Müsste man sich mal in Ruhe irgendwie anschauen, woran das liegen könnte, aber finde ich auf jeden Fall auch.

00:29:50: definitiv spannend.

00:29:52: Die Zeit rennt so ein bisschen und ich hätte auf jeden Fall noch eine Frage um so ein bisschen die Perspektiven der Hochschulsozialarbeit abzuklopfen, jetzt auch jetzt weniger jetzt von eurer Hochschule aus betrachtet, sondern vielleicht so Flächendecken natürlich.

00:30:05: Also ein bisschen, auch vielleicht kann das eine ja für das andere so ein bisschen Modellcharakter sein, weil die Frage ist natürlich jetzt immer, wie sieht das mit der Finanzierung aus?

00:30:12: Also ist das langfristig irgendwie eine Perspektive was Hochschulen auch leisten können und wie realistisch ist es aus deiner Sicht das auch wirklich flächendeckend machen wir es direkt mal ganz groß direkt bundesweit auch zu implementieren an Hochschulen?

00:30:28: also gibt es da irgendwie eine realistische Perspektive oder bleibt das jetzt eher wirklich so ein kleines so auf einer Hochschule begrenzt?

00:30:38: das wäre ja tatsächlich wirklich Schade, also könnten Leiter von Hochschulen auch jetzt auf euch zukommen und sagen, Mensch, ihr habt doch da schon so ein tolles Konzept entwickelt.

00:30:48: Wir hätten auch Interesse.

00:30:52: Ja, das wäre total super, wenn das passieren würde.

00:30:55: Darüber würden wir uns sehr freuen.

00:30:58: Genau und es wäre auch super wünschenswert, wenn wir eine Weiterfinanzierung sichern könnten.

00:31:04: Aktuell ist es so, dass unser... oder das Projekt der Hochschulsozialarbeit am einentreißigsten, zwölften, zähltausendsechstenzwanzig endet.

00:31:13: Wir sind aber jetzt auch schon seit anderthalb Jahren dran, die Weiterfinanzierung zu sichern, was sich aber aktuell als sehr herausfordernd erweist und herausgestellt hat.

00:31:24: Aber wir geben noch nicht die Hoffnung auf, also wir sind dran und wollen natürlich die Weiterfinanzierung sichern.

00:31:32: Und zudem ist es natürlich ein Anliegen zu schauen, ist es auch für andere Hochschulen relevant.

00:31:36: Und deswegen ist es auch so wichtig, dass wir die Ergebnisse, dass wir da Einblick ermöglichen, eben auch genau wie eben für andere Länder, Bundesländer als Modellprojekt zu fungieren und deswegen auch über das Thema publizieren, was wir jetzt auch schon geschafft haben und auch noch dran sind, weitere Publikationen herauszubringen.

00:32:02: Das sind eben gerade so Themen, weil du das angesprochen hast mit der Finanzierung.

00:32:08: So eine, ich sage jetzt mal, eine Wunderlösung habe ich jetzt gerade noch nicht.

00:32:13: Das ist, ich glaube auch wirklich von jeweiligen Bundes, dann vielleicht ein bisschen abhängig, welche Mittel sind da, welche Möglichkeiten werden gesehen.

00:32:21: Genau, weil vielleicht sind es eben auch so Überlegungen, eben das Hochschul-Zellarbeit und also das Konzept an sich, vielleicht auch mehr Einklang oder Etablierung in Studierendewerke findet.

00:32:35: Ja, das wäre eben auch eine Möglichkeit, die man sehen könnte.

00:32:37: Das ist mir klar, das geht auch nicht von heute auf morgen und so einfach.

00:32:42: Weil gibt es Mittelkürzungen, ja, das ist uns alles bewusst, aber es sind eben so erste Ideen, die aufbloppen und wir sind ja auch in sehr vielen Gesprächen, um eben genau das aufrechtzuerhalten, dass eben nicht das Projekt abrupp endet.

00:32:55: Ja, weil der Bedarf bleibt ja trotzdem bestehen.

00:33:01: Es wäre schade, die ganzen Strukturen, die man eben auch aufgebaut hat, dass die dann fehlen, weil er sich ja bisher doch ganz gut erwiesen hat, dass sie eben auch greifen.

00:33:14: Ja, total spannend.

00:33:15: Und ich glaube, dass das wirklich einfach wichtig ist.

00:33:17: Gerade irgendwie, ich hatte irgendwann mal gehofft, dass die Zeit, die politischen, die politische Lage sich irgendwann mal wieder irgendwie ein bisschen beruhigt, aber irgendwie müssen wir, glaube ich, gerade mit... in diesen etwas unsicheren Zeiten ja irgendwie Zuversicht ausspenden dürfen.

00:33:34: und ich glaube mit solchen Projekten und solchen Ideen und solcher Aufmerksamkeit auf diese Themen zeigen wir eben seitlich alleine.

00:33:42: Ihr bekommt Unterstützung.

00:33:43: Wir sind da und wir wissen es herausfordernd, aber wir sind irgendwie da und zeigen uns.

00:33:48: Oder Malk?

00:33:50: Ja, bin ich eigentlich inhaltlich gesehen ein schönes Schlusswort, weil ich finde, das Signal ist da schon wichtig, aber klar, wir wissen alle, die Lage war auch schon mal besser oder was so die finanzielle Situation angeht trotzdem.

00:34:05: Machen wir gerne, weisen wir gerne auch in diesem Podcast auch die Wichtigkeit des Themas hin.

00:34:08: Ich finde, das haben wir auch schön zusammen irgendwie deutlich gemacht, wo die Stärken da liegen.

00:34:12: Und wir können ja gerne auch in den Show-Noten nochmal ein bisschen auf euch verlinken, wenn das okay ist.

00:34:17: Ich denke, das hast du nichts dagegen.

00:34:19: So, wie ich meine Reaktionen jetzt richtig deute.

00:34:22: Das wollen wir auf jeden Fall machen und ja, vielleicht ist ja Leute dabei, die durch den Podcast jetzt auch nochmal darauf aufmerksam werden und das vielleicht ein bisschen nochmal vorantreiben.

00:34:30: Das würde uns auf jeden Fall freuen.

00:34:32: und klar, es ist wahrscheinlich ein bisschen idealistisch und utopisch, dass das jetzt an jeder Hochschule in Deutschland so etabliert wird, aber vielleicht sind ein paar dabei, die sagen, ist eine gute Idee und es gibt ja auch schon Angebote.

00:34:44: Vielleicht muss man die einfach nur und auch, was die finanzielle Mittel geht, angeht es einfach irgendwie.

00:34:48: neu konzeptionell denken.

00:34:50: Und dann hat man vielleicht am Ende ein besseres Produkt auch für Studierende.

00:34:57: Warum nicht?

00:34:58: Ja.

00:35:00: Genau,

00:35:00: das sehen wir auch als Supergewinn an.

00:35:03: Das wäre wirklich wünschenswert.

00:35:06: Ja, glaube ich auch.

00:35:08: Und Jana, ich weiß nicht, ob du schon mal unsere Podcast gehört hast, Ihnen ist aber am Ende kommt ja immer so eine wunderbare Supervisionsfrage von Jana und ich bin schon ganz gespannt.

00:35:16: Du hoffentlich auch.

00:35:18: Was Jana sich für heute überlegt hat.

00:35:21: Ja, danke erstmal.

00:35:21: Auf jeden Fall.

00:35:22: Dir, Ihnen ist es, dass du da warst.

00:35:24: Danke für dieses spannende Thema.

00:35:26: Und wir haben sicherlich Zuhörende heute, vor allem Studierende gehabt.

00:35:33: Aber ich würde noch mal konkret auch danach fragen wollen in meiner Frage, wenn man, wenn ihr euch an den Übergang in die Volljährigkeit ins Erwachsenen werden, vielleicht schon erinnert oder vielleicht noch mittendrin steckt.

00:35:48: Wo hätten euch Beratungsangebote geholfen?

00:35:50: Wo braucht ihr Beratung?

00:35:51: Wie findet ihr sie?

00:35:52: Und wie könnt ihr darauf aufmerksam machen auch gegenüber anderen Mitmenschen-Kommilitoninnen, dass es eben solche Beratungsangebote

00:36:00: gibt?

00:36:01: Fragezeichen.

00:36:02: Also ein bisschen der Appell, den ihr damit nehmen könnt heute.

00:36:06: Aber so ein bisschen auch, was tragt ihr eigentlich mit?

00:36:09: Wie könnt ihr damit umgehen und so ein bisschen zum Schluss noch mal Mut machen?

00:36:13: Holt euch Hilfe.

00:36:15: Es gibt tolle Angebote, habt keine Hemmungen.

00:36:19: Es gibt viele tolle Menschen, die für euch da sind, ihr seid nicht alleine.

00:36:25: Genau, ich finde, das ist eine schöne Frage.

00:36:26: Also auch von meiner Seite nochmal Ihnen ist ganz herzlich Dank.

00:36:28: Hast du auch noch einen Schlusswort für unsere Zuhörerinnen?

00:36:32: Dann wollen wir natürlich auch noch die Möglichkeit geben.

00:36:36: Ja, ich kann das nur unterstützen, was Jana auch gesagt hat, ja, die Hilfe aufzusuchen, nicht zu lange zu warten.

00:36:44: weil dann ist manchmal der Behandlungsprozess natürlich auch viel länger.

00:36:47: Und ja, zum Schluss eben auch nochmal der Dank an euch, dass wir eingeladen wurden und ich hätte das Projekt einmal vorstellen durfte.

00:36:55: Vielen Dank dafür.

00:36:57: Sehr gerne.

00:36:58: Und dann würde ich sagen, vielen Dank euch allen fürs Zuhören.

00:37:01: Vielen Dank Ihnen es nochmal.

00:37:03: und ja, na ja, ich würde sagen, nächstes Mal dann wieder mit Olli zu einem weiteren spannenden Thema.

00:37:08: Wir haben ja nur spannende Themen.

00:37:11: Und euch dann einen schönen Tag.

00:37:12: Gute Zeit.

00:37:13: Bis dahin.

00:37:14: Tschüss.